Es sollte eine normale Besichtigung werden: Maklerin bietet überteuerte Wohnung in Köln an - und erlebt eine böse Überraschung

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Maklerin bietet überteuerte Wohnung in Köln an - und erlebt eine böse Überraschung

Fast 1000 Euro Warmmiete für eine 40-Quadratmeter-Wohnung in Köln-Lindenthal - das sind Preise, die für die meisten Menschen unnormal hoch und nicht mehr zu finanzieren sind. Dass die Mieten ins Unermessliche steigen, ist keine Besonderheit der Stadt Köln, sondern genauso in Berlin, München, Frankfurt und anderen Metropolen der Fall. Und den Menschen bleibt nichts anderes übrig, als sie zu zahlen. Oder aber sie protestieren zumindest dagegen.

Ob das etwas ändert, ist fraglich. Aber was eine Kölner Maklerin erlebte, als sie zu einer Besichtigung kam, wird sie so schnell nicht vergessen. Wohnraum-Aktivisten veranstalteten dort kurzerhand eine "Fette-Mieten-Party" – wie das Video zeigt.

 

"Einkommenschwache Personen oder Familien haben kaum noch eine Chance auf dem Kölner Wohnungsmarkt", sagte ein Aktivist dem Kölner "Express". "Perspektivisch planen wir deshalb weitere Aktionen wie diese."

 

Das wird auch nötig sein, in Köln und auch in den großen Städten. Denn dort ist nach einer Branchenstudie keine Entspannung in Sicht. Im Gegenteil: 2015 war nach dem Gutachten des Zentralen Immobilien Ausschusses ein Rekordjahr für den deutschen Immobilienmarkt.

 

Und die Zuwanderung erhöht den Druck. Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Gunther Adler, warnte schon vor einer Konkurrenz von Flüchtlingen und anderen Wohnungssuchenden. "Das wäre Sprengstoff für den sozialen Frieden in unserem Land und das wäre ein Konjunkturprogramm für den Rechtsextremismus."

 

Gleichzeitig stehen in Deutschland nach offiziellen Angaben rund zwei Millionen Wohnungen leer. Die meisten lägen auf dem Land, mehr als 600.000 seien sofort verfügbar, sagt der Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Harald Herrmann. Aber aufs Land möchte halt kaum jemand.

 

jds

 

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