Wahrer Grund für Syrien-Einsatz?: US-General erhebt schwere Vorwürfe gegen Putin

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US-General erhebt schwere Vorwürfe gegen Putin

Der kommandierende General des US-Heeres in Europa erhob schwere Vorwürfe gegen Russland. Putin und Syriens Diktator Assad hätten die Flüchtlingskrise mit ihren Bomben verschlimmert.

"Dabei versuchen die Russen gleichzeitig, ihre Waffensysteme zu erproben", sagte Hodges.

Über Putins Verhalten schüttelte er den Kopf. Russland hätte als Teil der Koalition gegen den Islamischen Staat die Chance, im Nahen Osten wieder eine globale Macht zu werden. "Aber dann sollten sie aufhören, die Menschen in Aleppo umzubringen", betonte Hodges.

Ursula von der Leyen, Bundesverteidigungsministerin: "Wir umarmen die Saudis nicht"

Die Verteidigungsministerin verteidigte Verhandlungen mit Saudi-Arabien. "Wenn wir bei all denen, die in München am Tisch sitzen, sagen, wen wir nicht dabei haben wollen, sitzen wir sehr schnell alleine da."

Zu Saudi-Arabien habe man ein "ambivalentes" Verhältnis. "Wir umarmen die Saudis nicht. Das würden die auch nicht zulassen. Die haben ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Frauen“, erklärte sie lachend.

Als Illner nachbohrte, ob sich Deutschland jetzt zwischen der Türkei und den Kurdenals Partner für einen Friedensprozess entscheiden müsse, erklärte sie ausweichend, Deutschland werde mit der Türkei reden müssen, dass sie den Versöhnungsprozess mit den Kurden wieder aufnehme.

Etwas Verwirrung stifte sie mit einem Brecht-Zitat: "Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – dann kommt der Krieg zu Euch!" Was sie damit ausdrücken wollte, wurde nicht ganz klar.

Dietmar Bartsch, Die Linke: "Jede Bombe ist eine zuviel"

Bartsch vertrat die klassische linke Position: Frieden schaffen in Syrien, aber dabei nur mit den Guten verhandeln und keine Gewalt anwenden: "Jede Bombe ist eine zuviel", sagt der Linken-Fraktionschef. Außerdem müsse "Schluss damit sein, Saudi-Arabien und den Iran aufzurüsten." Aber auch er musste eingestehen: Ein Friedensprozess für Syrien - "das geht nur mit Russland“.

Zu den Verhandlungen mit der Türkei sagte er: "Es ist Erdogan, der die Kurden bombardiert und die Pressefreiheit missachtet, der kann nicht unser Partner sein."

Andreas Zumach, Journalist und Publizist: "Kurden müssen mit an den Verhandlungstisch"

"Ein Waffenstillstand ist immer ein Ergebnis von Verhandlungen", sagte der Journalist. Dazu werde keine Konfliktpartei einseitig bereit sein.

Ansonsten befand sich der Journalist im Dauerstreit mit der Verteidigungsministerin - wo bei es mehr darum ging, wer wann reden dürfe als um Inhalte. Die Kurden müssten mit an den Verhandlungstisch, erklärte er von der Leyen. Genervt bezeichnete die Verteidigungsministerin ihn als "Herr Oberlehrer".

Fred Kempe, Präsident des Thinktanks "Atlantic Council": "Obama hat ein Machtvakuum hinterlassen"

Kempe warf Obama vor, durch seine Zurückhaltung schließlich mehr Gewalt provoziert zu habe. Durch den Abzug aus Afghanistan und dem Irak sei ein Machtvakuum entstanden: "Andere haben es gefüllt - der IS und die Russen."

Er fasste seine Kritik an der Planlosigkeit des Westens mit den Worten "Putin ist nicht stark, weil er stark ist, sondern weil wir schwach sind." Als Beispiel nannte er denUkraine-Krieg und Russlands Invasion der Krim.

Putin habe den Konflikt in Syrien eskalieren lassen: ´"Die russischen Operationen haben die Flüchtlingslage verschlimmert." Seiner Meinung solle daher darüber nachgedacht werden, die westlichen Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.

Die Kurden bezeichnete er als Helden: "Sie machen den besten Kampf gegen ISIS“. Das Problem sei aber, dass sie kein eigenes Land hätten und daher zu Friedensverhandlungen nicht eingeladen würden. "Wenn am Verhandlungstisch nur Staaten sitzen, wird es schwierig sein für die Obama-Regierung, die Kurden dazuzuholen."

Dominic Musa Schmitz, Ex-Salafist: "Die Salafisten waren wie eine perfekte Familie"

Den Beginn der Sendung machte der Salafisten-Aussteiger Schmitz. Beeindruckend erzählte, er, wie er als junger Mann über einen marokkanischen Bekannten zu den Islamisten gekommen war.

Der 28-Jährige erklärte, die Ideologie habe ihm gegeben. Die Salafisten seien wie eine "perfekte Familie". Sie hätten ihm die geordneten Strukturen gegeben, nach denen er sich gesehnt habe.

Die Radikalisierung habe erst später eingesetzt. "Zunächst war keiner mein Feind, doch dann wurde der Westen mein Feind“, erklärte er.

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