"Das wäre der Super-GAU": Ex-General warnt, dass der Syrien-Konflikt sich zu einem Weltkrieg ausweiten könnte

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Ex-General warnt, dass der Syrien-Konflikt sich zu einem Weltkrieg ausweiten könnte

Schon vergangene Woche hatte Harald Kujat für Aufsehen erregt. Der Ex-General und ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr zeigte einen überraschenden Blick auf den Syrien-Konflikt. In einem Interview in der "Passauer Neuen Presse" sagte er, dass Russland mit seiner Unterstützung des Angriffs auf die Rebellen-Hochburg Aleppo "den Friedensprozess erst ermöglicht" habe – und bekam dafür viel Kritik.

Jetzt machte er wieder eine Bemerkung, die für Beunruhigung sorgen dürfte. In der Talkshow "Anne Will" warnte er, dass die Gefährlichkeit des Bürgerkrieges für die Weltgemeinschaft "völlig unterschätzt" werde.

Der Ex-General plädierte für einen sachlichen Blick auf das russische Vorgehen. Man solle den Russen nicht immer unterstellen, dass sie "das Schlechte, das Negative täten". Wie alle Kriegsparteien habe Russland strategische Interessen. Statt „Schwarz-Weiß-Malerei“ zu machen, müsse man "verstehen, worum es eigentlich geht" und "was das am Ende bedeuten könnte".

Er erklärte den militärischen Plan Russlands. Die Rebellen-Stadt Aleppo sei nur ein "Zwischenziel" auf dem Weg zum IS-Territorium. Ziel der Russen sei, den Truppen Assads den Weg freizubomben, damit diese den Islamischen Staat "von der Versorgung aus der Türkei abschneiden" können. Anschließend sollen sie einen Korridor nach Nordosten auf die IS-Hochburg Rakka vorantreiben. Dort solle sie die Truppen des IS einzukesseln.

Russland gehe es vor allem um seine strategischen Interessen. Der Diktator Assad sei den Russen gleichgültig. "Assad darf nicht an der Macht bleiben. Das hat auch Putin gesagt", so Kujat. Für ihn ist klar, dass eine Lösung des Konflikts nur möglich ist, wenn auch Russland mit einbezogen wird. "Ohne Russland wird es keinen Frieden geben."

Dabei sprach er eine Warnung aus. Dieser Korridor stößt allerdings an Gebiete, die von kurdischen Kämpfern gehalten würden. Hier bombardieren schon jetzt türkische Flugzeuge die Stellungen der kurdischen Miliz YPG. Die Türkei denkt schon jetzt darüber nach, Bodentruppen nach Syrien zu schicken. "Wenn die Türkei in Syrien einmarschiert und auf russische Truppen trifft, dann ist ein Nato-Mitglied im Konflikt mit Russland. Und dann sind wir alle im Konflikt mit Russland." Ein türkischer Eingriff würde daher die Lage in einen "Super-GAU" verwandeln.

Der Bürgerkrieg könnte sich so zu einem internationalen Konflikt ausweiten. Die USA und die EU hätten sich viel eher mit Russland zusammensetzen sollen, um an einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, so Kujat.

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