BKA-Bericht: Diese Zahlen zeigen die Wahrheit über Kriminalität bei Flüchtlingen

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Diese Zahlen zeigen die Wahrheit über Kriminalität bei Flüchtlingen

Kriminalität unter Flüchtlingen - seit den Silvester-Vorfällen rund um den Kölner Hauptbahnhof ein Thema, das im politischen Berlin heiß diskutiert wird.

Verlässliche Statistiken zur Flüchtlingskriminalität lagen bislang lediglich aus einzelnen Städten vor - bundesweite Zahlen gab es bisher nicht.

 

Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) schaffen nun Klarheit. Ganz klar: Die Zunahme der Asylsuchenden in Deutschland hat auch zu einer Zunahme der Straftaten durch Zuwanderer geführt. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf die dritte als vertraulich eingestufte ("VS-NfD") Lageübersicht zur "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung" des Bundeskriminalamts.

 

Diese Zahlen muss man allerdings im Kontext sehen. Dass ein Zustrom von Menschen auch mehr Kriminalität bedeutet, überrascht nicht. Betrachtet man die Statistiken genauer, sieht man, dass die Zahl der von Migranten begangenen Straftaten weit weniger stark gestiegen ist als die Zahl der Zuwanderer selbst. Die Zahl der Straftaten durch Zuwanderer stieg nach Angaben von "Bild" im Vergleich von 2014 zu 2015 um 79 Prozent . die Zahl der Flüchtlinge aber um ganze 440 Prozent.

 

Zugrunde lagen dabei die Daten aus 13 der 16 Bundesländer. Demnach ist die Zahl der aufgeklärten Straftaten mit Zuwanderer-Beteiligung 2015 deutlich gestiegen. Sie lag Ende Dezember 2015 bei 208.344 Straftaten. Das sind rund 92.000 mehr als noch im Vorjahr und bedeutet einen Anstieg um 79 Prozent.

 

Trotzdem begeht die "weit überwiegende Mehrheit der Asylsuchenden" keine Straftaten. Bei der Kriminalität durch Zuwanderer gab es laut BKA eine "tendenziell stark steigende Entwicklung der monatlichen Fallzahlen bis zur Jahresmitte". Danach kam es zu einer "stagnierenden monatlichen Entwicklung der Fallzahlen bis zum Jahresende", zu Beginn des Flüchtlingsstroms im Sommer stiegen die Zahlen also stark an, in der zweiten Hälfte des Jahres dann nicht mehr.

 

Das BKA hat auch Daten zur Art der Kriminalität. Diebstahl macht laut BKA mit 33 Prozent einen erheblichen Anteil der Zuwanderer-Kriminalität aus. Die Zahl von 85.035 Fällen hat sich im Vergleich zu 2014 fast verdoppelt (44.793).

 

Auf Platz zwei: Mit 32 Prozent hatten "Vermögens- und Fälschungsdelikte" (52.167 Fälle) und die "Beförderungserschleichung" (28.712 Fälle) ebenfalls einen großen Anteil an den Delikten. Bei Fälschungsdelikten geht es vor allem Erschleichen von Leistungen und Urkundenfälschungen, bei der Beförderungserschleichung um Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Auf Platz drei folgen die so genannten "Rohheitsdelikte". Darunter versteht die Polizei Körperverletzung, Raub, räuberische Erpressung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Nötigung). Diese machen 18 Prozent der durch Zuwanderer begangenen Straftaten aus. Die Zahl der Rohheitsdelikte hat sich mit 36.010 Fällen 2015 ebenfalls verdoppelt (2014: 18.678 Fälle).

 

Der Anteil von Sexualdelikten liegt laut BKA-Lagebild bei unter einem Prozent: 1688 Fälle von Verstößen gegen die sexuelle Selbstbestimmung (zum Beispiel sexueller Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen), darunter 458 Vergewaltigungen oder sexuelle Nötigungshandlungen. Allerdings sind die Vorfälle aus der Silvesternacht 2015/2016 in Köln und anderen Städten nicht Teil des Lagebilds. Sie werden vom BKA in einem eigenen Lagebild separat ausgewertet.

 

Flüchtlinge aus Kriegsgebieten begehen wenige Straftaten. Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak sind in der BKA-Kriminalstatistik unterrepräsentiert, wenn man ihren Anteil an der Gesamtzahl der Flüchtlinge in Betracht zieht. Relativ häufig begehen dagegen Asylsuchende vom Balkan, Eritrea und Nigeria Straftaten.

 

Das deckt sich mit anderen Beobachtungen: So kam der Großteil der 59 Tatverdächtigen der Silvesternacht aus Nordafrika - nur drei stammten aus dem Irak oder Syrien.

 

Bisher gab es keine deutschlandweiten Angaben zur Kriminalität von Flüchtlingen. Zuvor hatte allerdings das MDR-Politmagazin "Fakt" im Dezember berichtet, dass eine Sonderkommission (SoKo) der Polizei Braunschweig seit Anfang August rund 1.000 Straftaten von Asylbewerbern registriert hat. Auch hier waren die meisten Delikte Ladendiebstähle gewesen. Die Tatverdächtigen kamen auch hier hauptsächlich vom Balkan und aus Nordafrika.

 

         Benjamin Prüfer   

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