Politik: Warum irakische Flüchtlinge Deutschland wieder verlassen

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Warum irakische Flüchtlinge Deutschland wieder verlassen

Seit Anfang September sind 1970 nach Deutschland geflohene Iraker freiwillig wieder ausgereist. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ ("Wams") unter Berufung auf den aktuellen „Report 02/2016“ des Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration (Gasim), der als vertraulich gekennzeichnet sei.

2015 wurden mehr als 121.000 nach Deutschland gekommene Iraker registriert. Damit lag der Irak hinter Syrien und Afghanistan bundesweit auf dem dritten Platz der Hauptherkunftsländer. 88 Prozent der Iraker bekommen dem „Wams“-Bericht nach vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) die Erlaubnis, hier zu bleiben.

Der Grund für die Ausreise: Versprechen von Schleusern hätten sich nicht erfüllt. Konkret sollen die Iraker folgende Punkte genannt haben:

  • Unzufriedenheit über die Unterbringungssituation
  • Fehlende Arbeitsmöglichkeiten
  • Folglich wenig Geld
  • Langsame Bearbeitung des Asylantrags
  • Familiäre Gründe wie Hochzeit in der Heimat

Im Januar noch hatten Beobachter vermutet, dass die Ausreise der Iraker auch mit Erfolgen im Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) in ihrer Heimat zu tun haben könnte.

Der aktuelle Report schließt laut Bericht mit der Analyse: „Die Unzufriedenheit der Migranten könnte dazu führen, dass weiterhin irakische Staatsangehörige freiwillig die Bundesrepublik Deutschland verlassen.“

Das stützt die These vieler Politiker, dass hohe Standards für Flüchtlinge ein Anreiz sein können, Asyl in einem Land zu beantragen. Im europäischen Vergleich gelten allerdings auch die deutschen Standards als hoch. Erst am gestrigen Samstag war einStatement von Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) bekannt geworden, in dem sie laut darüber nachdenkt, deutsche Standards zu senken, um einheitliche Vorgaben in der EU zu erreichen. Und letztlich die Zuwanderung nach Deutschland zu bremsen.


Mit Material von dpa

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