Jessica Nelson: Das ist der klügste Pornostar der Welt

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Das ist der klügste Pornostar der Welt

Jessica Nelson kennt kaum jemand unter ihrem richtigen Namen. Dafür ist ihr Künstlername "Stoya" in der Erotik-Branche umso bekannter. Seit über zehn Jahren arbeitet die Amerikanerin als Porno-Darstellerin.

Doch: Die 29-Jährige ist nicht nur für ihre extrem erfolgreichen Erotik-Filme bekannt, sondern gilt auch als der "politischste Porno-Star" der USA.

Aktuell geriet sie vor allem durch diese Nachricht in internationale Schlagzeilen: Auf Twitter hatte sie ihrem Ex-Freund und Kollegen James Deen vorgeworfen, sie während ihrer Beziehung sexuell missbraucht zu haben.

Einsatz für Missbrauchsopfer

"James Deen drückte mich beim Ficken runter, während ich 'Nein Stop' gesagt und mein Signalwort benutzt habe. Ich kann nicht mehr nur nicken und lächeln, wenn Leute ihn erwähnen", schrieb sie dort.

 

Der Text wurde tausende Male retweetet, acht weitere Frauen werfen Deen inzwischen ähnliche Taten vor. James Deen, der als der berühmteste Porno-Star der USA gilt, streitet die Vorwürfe seiner Ex-Freundin ab. Die Beziehung sei im Schlechten auseinandergegangen, erklärte er. Auf die Vorwürfe der anderen Frauen ging er nicht ein.

Obwohl Stoya nicht gerichtlich gegen Deen vorgehen will, hoffen viele, dass ihre mutige Aktion auf die Thematik des Missbrauchs in der Sexindustrie aufmerksam macht.

Engagement gegen die Stigmatisierung ihres Berufs

Doch wer die junge Frau auf dieses Ereignis reduziert, wird ihr nicht gerecht. Seit Jahren setzt sich Stoya gegen die Stigmatisierung ihres Berufs ein. Als 2014 ein US-Gericht entschied, eine Kondompflicht für Pornodrehs in Los Angeles County einzuführen, protestierte die Darstellerin, indem sie sich einen Ausschnitt aus dem Gesetzestext unter die Brust tätowieren ließ.

Dort steht nun: "Negative Impact on Public Health". Dieser "negativer Einfluss auf die öffentliche Gesundheit" entstand laut Gerichtsurteil durch Pornodrehs ohne Kondome. Das Gerichtsurteil hält Stoya für eine klare Einschränkung ihrer individuellen Rechte.

"Ich glaube an das Recht einer jeden Person, zu entscheiden, was in den eigenen Körper rein und was raus geht", sagte sie dazu im Interview mit der "Welt".

Geschäftsfrau mit Vision

Neben ihrem Job als Darstellerin betreibt die junge Frau zusammen mit ihrer Kollegin Kayden Kross seit 2014 eine eigene Produktionsfirma und Website mit dem Namen "Trenchcoatx". Für die Seite führt Stoya auch Regie. Ihr ehrgeiziges Ziel: Die Pornowelt langfristig zu verändern.

"Werden wir 2025 wirklich noch eine Rubrik 'Pornos für Frauen' haben - oder werden wir dann endlich klug genug sein, um zu wissen, dass es nicht so einfach ist?", schreibt die Amerikanerin so beispielsweise auf Twitter.
 

In ihrem Blog "Graphic Depictions" teilt die junge Frau zudem nicht nur ihre Filme, sondern auch ihre Gedanken zu Feminismus, literarischen Werken zu Pornografie und philosophischen Fragen. Eines ist sicher: Keine andere Darstellerin engagiert sich so stark und klug für ihre Branche wie Stoya.

 

                                                                               von Catherina Kaiser

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